Lang, lang ist es her – 35 oder 38 Jahre… Vielleicht sollte man gar nicht genau nachzählen. Da kommen schon noch Erinnerungen auf. Frisch verheiratet mit einem Studenten, umgezogen von NRW nach Norddeutschland, neue Bekannte und Freunde. “Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht”, unter diesem Ausspruch hatte ich noch lange Zeit zu leiden. Aufgewachsen in einer Kleinstadt in normalen bürgerlichen Verhältnissen, gab es eine leckere Hausmannskost. Neuerungen wurden eher selten aufgenommen. Man schätzte ja so sehr das Althergebrachte…
In Bremen brachten dann jedoch allein die Studienkollegen viel Neues an den Tag. Ein Studienkollege meines Mannes (Werner) feierte gerade die Einweihung seines “neuen” Hauses (das von Oma ererbte kleine Haus kam gerade recht) und wir (ca. 10 Personen) nahmen in der guten Stube Platz. Ein Holztisch versehen mit Omas Stoffservietten, Steingutporzellan in dunkelbraun, ein großer Brotkorb, ein Stück Butter, etwas Besteck (nur Löffel!), ganz schön anders als bei uns. Nun kam in Keramikschüsseln, jeweils einzeln, ein dampfendes Etwas auf den Tisch. Ich sah nur ein leckeres Stück gebräunten, zerlaufenen Käse in der Suppenschüssel. Sofort wollte ich anfangen zu löffeln. Oh, Brot, Zwiebeln, Brühe……, so lecker, aber auch so heiß, dass ich mir sofort die Zunge verbrannte. Dies kannte ich nun wahrlich nicht. Alles um mich herum lachte und erklärte, das dies nun die neue Zeitrechnung sei und die Zwiebelsuppe z. Zt. der Renner auf jeder Party wäre. Marita (Werners Frau), unsere Köchin, konnte sich über mich ausschütten vor Lachen und erklärte nur zu gern, was sie da vollbracht hatte. Noch lange danach hatten wir Freude daran, den Abend mit dieser Suppe wieder einmal zu erzählen. Bis heute!
Übrigens: In der kalten Jahreszeit ein prima Durchwärmer.
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